Tönnies kündigt weiteren Einsatz für Vion-Standorte an
- sandrarueth
- 13. Aug. 2025
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PFG-Chef Clemens Tönnies kündigt an, trotz kartellrechtlicher Hürden an der Übernahme süddeutscher Vion-Schlachthöfe festzuhalten.
Die Premium Food Group (PFG) will weiterhin mehrere Schlachthofstandorte des niederländischen Unternehmens Vion übernehmen, obwohl das Bundeskartell-amt die geplante Transaktion im Juni untersagt hat. Das bekräftigte PFG-Chef Clemens Tönnies am Dienstag bei einer Veranstaltung des Bauernverbands im baden-württembergischen Ilshofen.
„Wir geben nicht auf. Wir werden da weiter drum kämpfen, um die Standorte“, sagte Tönnies mit Blick auf die Rinderschlachthöfe in Crailsheim, Buchloe und Waldkraiburg sowie Hilden. Das Bundeskartellamt hatte die geplante Übernahme mit Verweis auf eine drohende marktbeherrschende Stellung der PFG abgelehnt. Die Behörde befürchtet Nachteile für landwirtschaftliche Erzeuger und für Wettbewerber in der Branche. Gegen die Entscheidung hat die PFG beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde eingelegt. Ein Verhandlungs-termin steht bislang nicht fest.
Wie Tönnies erklärte, befindet sich das Unternehmen weiterhin im Austausch mit dem Kartellamt. Bereits im Antrags-verfahren seien Zugeständnisse gemacht worden, diese habe die Behörde jedoch als nicht ausreichend bewertet. Tönnies schloss erneut nicht aus, eine Ministererlaubnis zu beantragen. „Da haben wir noch Zeit. Wir sind in der Abwägung, was jetzt aus den Gesprächen und aus der Diskussion mit dem Kartellamt herauskommt“, sagte er. Eine formelle Antragstellung sei bislang nicht erfolgt.
Zusätzliche Dynamik durch Mitbewerber
Für zusätzliche Dynamik sorgt das Interesse des Fleischunternehmens Westfleisch aus Münster, das ebenfalls in das Rennen um die Vion-Schlachthöfe eingestiegen ist. Tönnies zeigte sich darüber überrascht. „Tatsache ist, es ist ein Störfeuer und dem müssen wir begegnen“, sagte er. Er verwies darauf, dass zwischen der PFG und Vion bereits ein rechtsgültiger Kaufvertrag bestehe. Vion selbst äußerte sich am Montag ebenfalls zur aktuellen Entwicklung. CEO Tjarda Klimp wies öffentliche Spekulationen über einen möglichen Sanierungsbedarf an den betreffenden Standorten zurück: „Unsere Standorte in Süddeutschland arbeiten profitabel und sind in einem sehr guten Zustand. Sie erfüllen alle Standards zuverlässig.
Das bestätigen ausnahmslos alle durchgeführten Audits – sowohl von unseren Kunden als auch von den Behörden. Spekulationen oder Aussagen zu einem massiven Investitions- oder Sanierungsbedarf sind schlicht falsch.“ Mit Blick auf den laufenden Verkaufsprozess betonte Klimp: „Wir haben keinen Grund zur Eile und führen den Verkaufsprozess unserer Standorte in Süddeutschland mit Geduld, Sorgfalt und den notwendigen Ressourcen weiter.“ Bereits unmittelbar nach dem Veto des Kartellamts am 12. Juni hätten sich weitere Interessenten gemeldet, berichtet Klimp. „Das stimmt uns zuversichtlich, dass wir in jedem Fall eine gute Lösung für die Standorte in Süddeutschland finden werden.“
Langfristig sieht das Unternehmen seine süddeutschen Standorte weiter als relevanten Bestandteil des Marktes. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Standorte auch in Zukunft ein wichtiger und verlässlicher Bestandteil des süddeutschen Schlachtgewerbes sein werden. Es ist unsere oberste Priorität, eine zukunftsfähige Lösung zu finden, die Landwirte, Kunden und Mitarbeiter in der Region unterstützt“, so Klimp. Weitere Details zum möglichen Einstieg von Westfleisch werden für Mittwoch auf einer Veranstaltung im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am Ammersee erwartet.
Quelle: Agrarzeitung 30.07.2025, agrarzeitung.de




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