Nach der Ernte ist vor der Aussaat
- vor 2 Tagen
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Nach der Getreideernte wird der Grundstein für eine erfolgreiche Ernte 2027 gelegt. Die letzten Wochen und Monate waren geprägt von intensiver Trockenheit bis in die untersten Bodenschichten. Ausfallgetreide keimte nur schlecht bis gar nicht, weshalb ein klassischer Stoppelsturz in Frage gestellt wurde, da auch die Strohrotte aufgrund fehlender Feuchtigkeit kaum in Gang gesetzt werden konnte. Gerade unter trockenen Bedingungen lassen sich dennoch einige ackerbauliche Maßnahmen sehr gut durchführen:

1. Bekämpfung von Problemunkräutern
Schwer bekämpfbare bzw. perennierende Unkräuter (Ackerkratzdistel, Ackerwinde, Ampfer, Landwasserknöterich und Quecke) können auf der Stoppel kostengünstig und nachhaltig mit Glyphosat bekämpft werden. In der stehenden Kultur werden diese meist nur unterdrückt.
Unkräuter bis zum „Rosettenstadium“ (Wuchshöhe ca. 15 cm = Bierflaschenhöhe) ausschlagen lassen und nach der Anwendung min. 10, besser 17 Tage bis zur weiteren Bearbeitung abwarten, damit der Wirkstoff bis in die Wurzelspitzen gelangt. Insbesondere beim zunehmenden Ackerschachtelhalm sollte auf das Produkt „Kyleo“ zurückgegriffen werden (Glyphosat + 2,4 D). Durch Zugabe des Additivs „Kantor“ wird die Wirkung zusätzlich verstärkt!
2. Bodenverdichtungen beseitigen
Trockene Bedingungen bieten zudem die Möglichkeit, Bodenverdichtungen auf Teilflächen zu beseitigen, zum Beispiel im Vorgewende, Rübenmieteplätzen, Feldeinfahrten oder auch „nasse Löcher“.
Es gilt der Grundsatz: „So tief wie nötig, so flach wie möglich!“
Die Lockerung sollte einige Zentimeter unterhalb der Verdichtung durchgeführt werden. Aktuell kann das geschehen, ohne tiefere Schmierhorizonte zu erzeugen.
3. Drahtwurm-Bekämpfung
Auf Problemflächen mit Drahtwurmbefall empfiehlt sich eine mehrmalige Bodenbearbeitung in unterschiedlichen Bodenschichten. Da Drahtwürmer sehr UV- und trockenempfindlich sind, trocknen diese an der Oberfläche aus und das Schadpotenzial für die gesamte Fruchtfolge wird reduziert.
4. Kalk – gibt dem Boden Struktur und Halt!
Eine regelmäßige Kalkung verbessert nachhaltig die Bodenstruktur. Durch Einstellen des auf Ihre Bodenart abgestimmten pH-Wertes optimieren Sie die Austauschkapazität, Bodenstruktur und stellen freies Calcium als Nährstoff zur Verfügung.
Wichtige Kriterien bei der Kalkauswahl:
Gehalt CaO bzw. MgO
Reaktivität: Hohe Reaktivität = schnelle Umsetzung im Boden
Mahlfeinheit: Je feiner = mehr Oberfläche = schnellere Umsetzung
Neutralisationswert: Verhältnis CaO zu MgO, Potenzial zur Neutralisation von Säuren
Gehalt an zusätzlichen Nährstoffen: Konverterkalk und Carbokalk enthalten zum Beispiel Phosphor, dessen Zufuhr über Kalk in vielen Fällen im Sinne der Stoffstrombilanz nicht vorteilhaft ist.
Neben unserem Agri V Naturkalk bieten wir unterschiedlichste Qualitätskalke sowohl ab Geschäftsstelle als auch frei Hof/Feld gekippt an. Auch unsere Leihstreuer stehen Ihnen in gewohnter Form zur Verfügung.
„Kalk ist nicht alles -
aber ohne Kalk ist alles nichts!“
Bitte beachten Sie die angespannte Kalk-Logistik im Spannungsfeld von begrenztem Frachtraum, knapper Verfügbarkeit aufgrund rückläufiger Stahlproduktion und folglich steigenden Kosten!
5. Bodenbearbeitung und Zwischenfrucht
Gedanken zur FRÜHEN Aussaat von Zwischenfrüchten:
grundsätzlich wassersparend (insbesondere bei Direktsaat)
dauerhafte Bodenbedeckung = Erosionsschutz + frühzeitig Humusaufbau
tiefwurzelnde Leguminosen können ihr volles Wurzelpotenzial ausschöpfen
Frühe Saat = Frühe Blüte N-Anreicherung nach Blüte geringer, Gefahr des Aussamens
Ausfallgetreidebekämpfung schwierig
keine Nematoden-/Drahtwurmbekämpfung möglich
Neben den bekannt vielfältigen Effekten (Humusaufbau, Förderung Bodenleben, Nematodenbekämpfung, Nährstoff- und Wasserspeicherung, …) kann eine Zwischenfrucht auch Verdichtungen im Boden erschließen. Dazu ist eine Zwischenfruchtmischung nachweislich besser geeignet als eine Reinsaat, denn unterschiedliche Wurzelarchitekturen durchdringen verschiedene Bodenhorizonte. Die Pflanzenarten sind entsprechend der Folgekultur auszuwählen, um deren Ansprüche (Bekämpfung Schaderreger, N-Nachlieferung, Bodenaufschluss etc.) gerecht zu werden.

Unser Agri V Topsoil-Programm




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