Herkunftssicherung

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Herkunftskennzeichnung von Schweinefleisch nach DVO (EU) 1337/2013

 

Was bedeutet die Herkunftskennzeichnung für Schweinefleisch?

Die Kennzeichnung der Herkunft bezieht sich heute bereits auf die Schlachtung und Zerlegung in einem jeweiligen EU-Land. Der Gesetzgeber sieht nunmehr zur Herkunftskennzeichnung der landwirtschaftlichen Produktion im Wesentlichen den Begriff der „Aufzucht" in einem Land vor.

Dies bedeutet sinngemäß laut Verordnung:

- mind. 4 Monate ununterbrochene Haltung in jeweils einem EU-Land vor der Schlachtung

oder

- bei der Schlachtung nicht älter als 6 Monate Lebensalter

oder

- bei einem Lebendgewicht < 80 kg bei Schlachtung ausschließlich in einem Land gehalten

Sind diese Vorgaben erfüllt, kann ein Schweineschlachtkörper mit dem eindeutigen nationalen Herkunftsnachweis „aufgezogen in…" versehen werden. Ergänzend hierzu können noch Angaben zum Geburtsland gemacht werden. Die Vermarktung von Schweineschlachtkörpern oder Teilstücken zur Frischfleischgewinnung in der EU ist ohne entsprechende Herrkunftskennzeichnung zukünftig verboten.

 

Wie kann die Vorgabe in der Praxis dokumentiert werden?

Da es bei Schweinen weder eine Einzeltierkennzeichnung noch eine exakte Altersfeststellung gibt, haben die Wirtschaftsverbände des „Bundesmarktverband für Vieh und Fleisch" eine mit den Behörden abgestimmte, Vorgehensweise der Kennzeichnung vorgeschlagen.

Zukünftig ist jede Lebensmittelketteninformation mit folgender Abfrage zu ergänzen:

Geboren und aufgezogen in Deutschland

oder

Aufgezogen in Deutschland

oder

Aufgezogen in ………………….... (z.B. „mehreren Mitgliedsstaaten der EU"/ z.B. „Niederlande" / z.B. „Dänemark" etc)

 

Wie stelle ich die korrekte Herkunft meiner Schweine fest?

Die Feststellung der nationalen Herkunft ist bei Geburt und Aufzucht in einem einzigen Land selbstredend einfach zu dokumentieren. Sofern Schlachtschweine jedoch nicht in Deutschland geboren wurden, sind die genannten Kriterien für Aufzuchtdauer und Lebensalter für den Landwirt schwer zu dokumentieren. Im Bundesmarktverband hat man daher eine Vereinfachung beschlossen, die sich nicht direkt auf die Dauer der Aufzucht bzw. das Lebensalter der Schweine mit ausländischer Geburt bezieht, sondern das durchschnittliche Gewicht der Ferkel bei Einstallung in die Mast nutzt.

Die Herkunft wird folgendermaßen festgestellt/angekreuzt bzw. durch den Landwirt eingetragen:

1. „Geboren und aufgezogen in Deutschland"

- Geburt und ununterbrochene Aufzucht bis zur Schlachtung in Deutschland

2. „Aufgezogen in Deutschland"

- Einstallung von EU-Ferkeln mit mittlerem Gewicht von < 30kg/Ferkel in die deutsche Mast

und

- mittleres Lebendgewicht der Liefergruppegruppe bei Schlachtung größer 80 kg/Tier

3. „Aufgezogen in……Mehreren Mitgliedsstaaten der EU"

- Einstallung von EU-Ferkeln mit mittlerem Gewicht > 30kg/Ferkel in die Mast

oder

- Einstallung von EU-Ferkeln und mittlerem Lebendgewicht bei Schlachtung < 80 kg

Schlachtschweine, welche länger als 4 Monate direkt vor der Schlachtung in einem EU-Mitgliedsland,

wie z.B. den Niederlanden, aufgezogen wurden, werden entsprechend als „Aufgezogen in … Niederlanden" gekennzeichnet.

Wer ist für die Herkunftskennzeichnung verantwortlich?

Grundsätzlich ist der Landwirt als Lebensmittelunternehmer für die korrekte Herkunftsangabe verantwortlich. Er muss für jede einzelne Lieferung von Schlachtschweinen die Herkunft mittels Lebensmittelbegleitschein bestätigen und unterzeichnen. Befinden sich in einer Lieferung Tiere mit unterschiedlichen Herkunftsangaben sind diese getrennt zu kennzeichnen (Deutlich sichtbar tätowieren!), zu verladen und jede Gruppe mit jeweils einem eigenem Lebensmittelbegleitschein zu versehen!

 

Was passiert, wenn die nationale Herkunftsangabe bei Schlachtung fehlt oder nicht zuzuordnen ist?

Schlachtschweine ohne korrekte und durch den Landwirt bestätigte nationale Herkunftsangaben nach DVO (EU) 1337/2013 dürfen nicht mehr zur Schlachtung und Frischfelsichgewinnung zugelassen werden. Hierbei ist auch darauf zu achten, dass die Kennzeichnung/Tätowierung aller Tiere eindeutig den jeweiligen Herkunftsangaben zuzuordnen ist und diese Kennzeichen vollständig auf dem Lebensmittelbegleitunterlagen erfasst sind. Eine vollständige Kennzeichnung aller Tiere mittels Tätowierstempel ist hierbei grundsätzlich Voraussetzung.


Bundesmarktverband für Vieh und Fleisch

 

Information zur Umsetzung der Herkunftsangabe bei Schweinefleisch nach Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, gemäß Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1337/2013 und dem Auslegungshinweis der EU-Kommission

Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1337/2013 sieht gemäß Artikel 5 vor, dass Schweinefleisch, das für den Endverbraucher oder Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung bestimmt ist, ab dem 01.04.2015 mit der Angabe des Landes der Aufzucht und der Schlachtung versehen wird. Gemäß Artikel 3 (2) a ist eine Verbindung zwischen dem Fleisch und dem Tier bzw. der Gruppe von Tieren herzustellen. Auf der Stufe der Schlachtung trägt dafür der Schlachtbetrieb die Verantwortung. Darüber hinaus trägt jeder Lebensmittelunternehmer auf seiner Stufe die Verantwortung für die Umsetzung der Verordnung.

Die EU-Kommission hat in ihrem Auslegungshinweis zur Umsetzung in der Schweinefleisch erzeugenden Kette folgende Aspekte nochmals verdeutlicht:

- Es ist keine auf Einzeltieridentifikation bezogene Kennzeichnung erforderlich.

- Die Angaben sind auf die Partie sowie deren durchschnittliche Kennzahlen zu beziehen bzw. zu berechnen.

- Die Mastperiode beginnt mit einem durchschnittlichen Ferkelgewicht von über 30 kg Lebendgewicht.

Die obligatorischen Angaben lauten: „Aufgezogen in: Land X" und „Geschlachtet in Land X". Diese Angaben können ersetzt werden durch die Angabe „Ursprung: Land X", wenn Geburt, Aufzucht und Schlachtung des Tieres/der Tiere, von dem/denen das Fleisch stammt, im selben Land stattgefunden hat. Dabei steht der in diesem Dokument verwendete Begriff „Land" für die in der Verordnung verwendete Bezeichnung „Mitgliedstaat oder Drittland".

Bei Schweinefleisch ist Voraussetzung für die Angabe „Aufgezogen in: Land X", dass die Tiere

- unmittelbar vor der Schlachtung mindestens 4 Monate im angegebenen Land gehalten wurden

oder

- bei Schlachtung nicht älter als 6 Monate alt waren, nach Erreichen eines Gewichtes von 30 kg die gesamte Zeit im angegebenen Land gehalten wurden und bei der Schlachtung ein Lebendgewicht von mindestens 80 kg hatten

oder

- ausschließlich im betreffenden Land gehalten wurden, falls die Tiere bei Schlachtung ein Lebendgewicht von unter 80 kg hatten.

Falls die Bedingungen für die Angabe eines (einzigen) Landes für die Aufzucht nicht eingehalten wurden, muss stattdessen die Angabe gemacht werden „Aufgezogen in: mehrere Mitgliedstaaten der EU". In diesem Fall können auch die tatsächlich betroffenen Länder angegeben werden. Auf weitere eher äußerst selten vorkommende Einzelfälle wie z.B. Bezug aus Drittlandstaaten wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen. Diese sind in der Durchführungsverordnung entsprechend zu entnehmen.

Der Schlachtbetrieb benötigt für eine ordnungsgemäße Herkunftsangabe eine Information des liefernden Landwirts. Für die korrekte Angabe des Landes bzw. der Länder der Aufzucht bzw. ggfs. der Geburt ist der Landwirt verantwortlich.

Der Bundesmarktverband für Vieh und Fleisch empfiehlt eine standardisierte Herkunftsinformation für Schlachttiere. Hierzu ist die obligatorische Lebensmittelketteninformation für jede Lieferung von Schlachttieren an den Schlachtbetrieb gemäß folgendem Muster zu ergänzen:

Informationen zum Herkunftsnachweis gemäß Durchführungs-VO (EU) Nr. 1337/2013

• Geboren und aufgezogen in Deutschland

• Aufgezogen in Deutschland

• Aufgezogen in ................................

Erläuterungen zu „Aufgezogen in Deutschland"

Die Umsetzung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1337/2013 der EU-Kommission sollte unter Berücksichtigung der von der Kommission hierzu erarbeiteten Ausführungshinweise grundsätzlich wie folgt umgesetzt werden:

Ferkel, die aus anderen EU-Staaten mit einem Gewicht von weniger als 30 kg nach Deutschland verbracht und hier als Mastschweine geschlachtet werden, können als „Aufgezogen in Deutschland" gekennzeichnet werden, da sie bei der Schlachtung ein Lebendgewicht von über 80 kg haben und entweder in einem Alter von unter 6 Monaten geschlachtet werden oder aber länger als 4 Monate in Deutschland gemästet werden.

Der Bundesmarktverband für Vieh und Fleisch hat aufgrund von Mastleistungs-Informationen von Instituten aus den Niederlanden und Dänemark sowie Einfuhrstatistiken ermittelt, dass für in diesen Ländern geborene Mastschweine Folgendes gilt:

- Dänische Importferkel werden üblicherweise mit maximal 30 kg eingestallt. Sie sind bei Schlachtung 6 Monate oder jünger und somit können diese Lieferpartien die Kennzeichnung „Aufgezogen in: Deutschland" erhalten.

- Niederländische Importferkel werden üblicherweise mit maximal 30 kg eingestallt. Diese befinden sich mindestens 4 Monate in Deutschland in der Mast und können somit ebenfalls dieKennzeichnung „Aufgezogen in: Deutschland" erhalten.

Landwirte müssen zum Nachweis der Herkunftskennzeichnung eine ordnungsgemäße Dokumentation ihrer Ferkelbezüge sicherstellen. Dieses kann in der Regel durch Lieferscheine oder -belege in schriftlicher oder elektronischer Form erfolgen.

Grundsätzlich gelten die im Rahmen der Herkunftskennzeichnung notwendigen Dokumentationspflichten nicht nur für den Landwirt, sondern auch für den Schlachthof und jedes weitere an der Kette beteiligte Unternehmen.

Die allgemeinen gesetzlichen Aufbewahrungsfristen für diese Dokumente sind einzuhalten.

Ansprechpartner

Gerd Wissing l Beratung Vieh

Telefon 02865-9576-1171
Telefax 02865 9576-1181
Mobil 0163 8031100

Hugo Gäwers l Beratung Vieh

Telefon 02865-9576-1170
Telefax 02865 9576-1181
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Frank Spietenborg l Beratung Vieh

Telefon 02865 9576-1180 
Telefax 02865 9576-1181 
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Uwe Lammerskötter l Beratung Vieh

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